Die Dreigroschenoper - AD Theater-AG

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Vergangene Spielzeiten > Spielzeit 2014 / 2015
 
AD 100: Theater 1915-1935
 
Die Dreigroschenoper
von Bertolt Brecht und Kurt Weill

 
Das Albrecht-Dürer-Gymnasium wird 100 – und die Theatergruppen am AD feiern das Jubiläumsjahr mit einer theatralen Zeitreise durch dieses Jahrhundert. Die nächsten fünf für 2015 anstehenden Produktionen werden sich in unterhaltsamen und nachdenklichen Werken jeweils mit einer Zeitspanne von 20 Jahren beschäftigen, den Anfang macht der Literaturkurs Q1/Q2 mit dem Zeitraum unmittelbar nach der Schulgründung 1915 bis 1935.
 
 
Denn wovon lebt der Mensch?
 
 
Bettlerkönig Peachum hat ein Problem. Kurz vor den anstehenden Krönungsfeierlichkeiten ist seine Tochter Polly durchgebrannt. Heimlich hat sie den Ganoven Macheath, besser bekannt unter dem Namen Mackie Messer, geheiratet. Die kriminelle Konkurrenz im eigenen Hause muss beseitigt werden, und so setzt das Ehepaar Peachum alle Hebel in Bewegung, den ungeliebten Schwiegersohn hinter Schloss und Riegel zu bringen.
 
Doch Macheath hat Freunde, viele Freunde. Von den Huren in Turnbridge bis hin zum obersten Polizeichef Londons spannt sich ein Netzwerk bester Beziehungen, bis auch ihn eines Tages das Glück verlässt, weil die Verlockungen des Schmiergeldes für seine Freunde und Geschäftspartner zu groß sind. Macheath droht der Galgen – und nur die Liebe eines Weibes kann ihn retten. Mehr als eine Chance dazu hätte er, denn Polly ist nicht die einzige Braut des sauberen Ganoven mit den Glacéhandschuhen. Aber was passiert, wenn diese Bräute aufeinander treffen? Sollte es da Macheath nicht erst recht an den Kragen gehen?
 
 
Der Literaturkurs präsentiert den Brecht/Weill-Klassiker aus dem Jahre 1928, der in ironischer Weise die Zeit widerspiegelt, in der das AD laufen lernte. Es sind nicht die „Goldenen Zwanziger“, die im Zentrum dieser Opernparodie stehen, es ist eine Zeit, in der jeder jeden über‘s Ohr hauen würde, wenn es ihm nur einen kleinen finanziellen Vorteil versprechen könnte, denn die Taschen sind leer und die Kassen klamm. Manchmal glaubt man, dass sich in dieser Hinsicht bis heute nichts geändert hat, denn Macheath wusste damals schon zu unterscheiden: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“
 

Moritatensänger
Valerie F.
Kendra J.
Svenja K.
Amelie L.
Macheath, genannt Mackie Messer
Alexander W.
Jonathan Jeremiah Peachum
Celia Peachum, seine Frau
Polly Peachum, deren Tochter
Leonard P.
Miriam B.
Karolin K.
Jackie Brown, oberster Polizeichef
Lucy Brown, dessen Tochter
Ephraim R.
Michelle B.
Die Spelunken-Jenny
Leonie T.
FilchVinzenz W.
Zwei Bettler
Carl Philippe B.
Henrik H.
Münz-Matthias
Hakenfinger-Jakob
Säge-Robert
Ede
Jimmy
Trauerweiden-Walter
Rolf P.
Jan G.
Alex K.
Jonas S.
Ben Joy M.
Pablo S.
Hochwürden Kimball
Nicolas G.
Hure
Jessica M.
Sarah P.

Vixen
Kira F.
Sophie B.

Molly
Parthena N.
Betty
Laura M.
Alte Hure
Jennifer H.
Zweite Hure
Lena S.
Konstabler Smith
Julian S.
Zweiter Konstabler
Phillip E.

Die Band
 
Klavier
Judith G.
Akkordeon
Jakob G.
Trompete
Philipp S.
Vinzenz W.

PosauneFlorian F.
Klarinette
Alexander D.
Violine
Leander B.
Kontrabass
Leonard P.
Gitarre
Jonas S.
Schlagzeug
Christian B.

Backstage
 
Bühne, Inspizienz
Alexander K., Alexander K.,
Anna Nele M., Felix S.

Licht/ Ton
Aman B., Nils K.
Kostüme, Auswahl
Kira F., Laura M., Sara P., Annika R.
Maske
Clara L., Sarah-Louise S., Xenia W., Melissa Y., Pablo S.
Requisite, Beschaffung
Jennifer H., Kendra J., Miedya M.,
Aphrodite O.,
 Julia S.
Choreografie
Sophie B., Lena S.
Kartenverkauf/Kasse
Nora G., Juliane S.
Soufflage
Larissa H.
Eine Produktion des
Literaturkurs Q1/Q2
Musikalische Leitung
Alexander D.
Regieassistenz
Amelie L.
LeitungThomas Mehl
Aufführungsrechte
Suhrkamp Verlag, Berlin
Kurt-Weill-Foundation, New York


Bertolt Brecht 

Bertolt (eigentlich: Eugen Berthold Friedrich) Brecht  wurde am 10 Februar 1898 in Augsburg als Sohn eines Papierfabrikdirektors geboren. Bis 1908 besuchte er zuerst die Volksschule und ab 1917 das Peutinger-Realgymnasium in Augsburg. 
   Wegen des ersten Weltkrieges schloss Brecht seine schulische Laufbahn mit dem Notabitur ab und war ein Jahr als Sanitäter im Krieg aktiv. Sein Studium mit den Fächern Naturwissenschaften, Medizin und Literatur musste er beenden, weil der Dienst als Sanitäter ein zeitgleiches Studium nicht zuließ. 
   1920 starb seine Mutter, zu der er ein gutes Verhältnis pflegte. Um die Jahre 1921-1923 reiste er oft nach Berlin, um dort Beziehungen zu anderen Theaterleuten und Schriftstellern zu knüpfen. 1923 wurde er Dramaturg an den Münchener Kammerspielen (le petit théâtre), 1924 am Deutschen Theater. Ab 1924 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Schon 1926 begann er Marxismus zu studieren. 1927 wurde er ein Mitglied einer dramaturgischen Gruppe, die Piscators Theater gründete.
Bis Ende der 1920er wurde Brecht dann zum überzeugten Kommunisten und baute seine politischen Ziele mit in seine Werke ein. 1928 schrieb er „Die Dreigroschenoper". Die Uraufführung war am 31. August. Dieses sozialkritische Stück war ein Welterfolg, weil es durch die Leichtfertigkeit (frivolité) der 20er Jahre gekennzeichnet war (caractérisé). Deshalb übertraf dieses Stück alle anderen Stücke aus dieser Zeit!
   Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde die Aufführung von "Die Maßnahme" von der Polizei unterbrochen und die Veranstalter wegen Hochverrats angeklagt. Kurz vor der Bücherverbrennung flüchtete er am 28. Februar nach Dänemark, wo er die nächsten fünf Jahre blieb. 1935 wurde ihm die deutschte Staatsbürgerschaft aberkannt. Diese Exiljahre waren eine Schaffungsperiode, in der er viele wichtige Stücke schrieb.
  1947 verliess er Amerika und kam er in die Schweiz. Zwei Jahre später kehrte er nach Ost-Berlin zurück. Dort gründete er das Berliner Ensemble, und bis 1956 errang er internationalen Ruf (renommée). Er war auch ab 1950 Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin. 1954 wurde ihm der Stalinfriedenspreis verliehen (accordé). 
   Seine letzten Lebensjahre verbrachte Brecht in Ost-Berlin, bis er am 14. August 1956 an den folgen eines Herzinfarktes starb.                        

  




Kurt Weill

Kurt Julian Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau geboren. 
   Er war der drittälteste Sohn und entstammte einem jüdischen Elternhaus. Seine Brüder Nathan und Hans wurden in den Jahren 1898 und 1899 geboren, seine Schwester Ruth 1901.
   Schon im Alter von fünf Jahren begann Kurt Weill mit dem Klavierspiel. Die ersten Kompositionen entstanden bereits im jugendlichen Alter. Er besuchte die Oberrealschule in Dessau und fiel schon dort vor allem mit seinen musikalischen Fähigkeiten auf. Schon vor seinem achtzehnten Lebensjahr begleitete er bereits eine Dessauer Opernsängerin am Klavier bei Liederabenden. An diesen Abenden gab er auch erste eigene Lieder zum Besten.
   1918 begann er mit dem Studium der Musik an der Hochschule für Musik in Berlin, im Jahr 1920 fwurde er Kapellmeister am Stadttheater Lüdenscheid. Entscheidend für sein späteres Wirken, insbesondere seine Opernästhetik, war die Zeit als Schüler Ferruccio Busonis.
   Weill arbeitete im Jahr 1926 als Radiokritiker der Zeitschrift "Der deutsche Rundfunk". Ebenfalls 1926 heiratete er die Protagonistin und Interpretin seiner Werke, die Schauspielerin und Chansonsängerin Lotte Lenya.
   Die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht begann 1927, woraus 1928 Die Dreigroschenoper entstand. Schon vor 1927 verarbeitete Weill Einflüsse zeitgenössischer Tanzmusik, unter anderem in der Oper "Royal Palace". Das zeigte sich auch in der "Dreigroschenoper" und in "Happy End" . 
   Das Echo seiner Werke unter Komponisten war sehr geteilt. Während die "Dreigroschenoper" im allgemeinen sehr populär wurde, lehnten jedoch einige andere Komponistenkollegen wie Arnold Schönberg und Anton Webern sie ab. Andere Komponisten, wie Alban Berg, Theodor W. Adorno und Alexander Zemlinsky, zeigten jedoch Begeisterung für die Arbeiten Weills. Alban Berg besuchte eine Aufführung von "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" , Alexander Zemlinsky setzte sich als Dirigent für das "Quodlibet "op. 9 und "Mahagonny"  ein.
   Weill floh nach der Machtergreifung durch die NSDAP nach Paris. Dort komponierte er im Auftrag des Théâtre des Champs-Élysées ein Ballett mit Gesang ("Die sieben Todsünden", Text von Bertolt Brecht). Zeitgleich vollendete er seine zweite Symphonie. In Deutschland fielen seine Werke der Bücherverbrennung im Mai 1933 zum Opfer.
   Weill und Lenya emigrierten 1935 gemeinsam in die USA. 
   Ein Hauptwerk, welches Weill in der Frühphase seines Exils verfassste, ist "The Eternal Road", ein Bibelspiel über die Geschichte des jüdischen Volkes. Es handelt dabei um eine interresante Mischung aus Schauspiel, Liturgie und Oper.
   Im Laufe der 40er Jahre hatte Weill große Erfolge am Broadway mit verschiedenen Musicals. 1943 wurde ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen.
   Im März 1950 Weill erkrankte schwer und starb am 3. April 1950 an den Folgen eines Herzinfarkts.



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